– 13.09.2016

Nach unzähligen Beschwerden seitens der Anwohner des Treptower Parks (der erst kürzlich saniert wurde) fand das große Lollapalooza Berlin doch tatsächlich dort statt. Unglaubliche 70.000 Leute wurden erwartet – und kamen auch. Das weitläufige Gelände bot den absolut perfekten place-to-be am vergangenen Wochenende, denn die hohen, schattigen Bäume ließen einen die Hitze eindeutig besser ertragen und man fühlte sich doch eher wie bei einem Ausflug ins Grüne, als auf einem Festival. Einzig der durch die vielen Menschen aufgewirbelte Staub, der einem ständig in Mund und Nase kroch, erinnerte einen daran, dass das hier eine Großveranstaltung ist. Spätestens aber beim Headliner und Abschluss-Act Radiohead wurde einem das Ausmaß der Menschenmenge und auch die damit verbundene Verwüstung des Parks klar…

Nebst vier Bühnen bot das Festival unzählige Essens- und Infostände, Vergnügungs- und Chill-Areas, die wirklich unglaublich liebevoll und schön gemacht waren. Artisten kreuzten ständig den Weg und verzauberten die Besucher im Vorbeigehen mit Kostümen oder Akrobatik. Abgesehen von ein paar Überschneidungen, konnte man sicher alles sehen und hören, was man wollte. Zu unseren Highlights zählten Paul Kalkbrenner, der die einzigartige Berlin-Stimmung schlichtweg dauerhaft für sich zu pachten scheint, New Order, die all ihre Hits zum Besten gaben, James Blake, für dessen melancholische Gänsehaut-Atmosphäre es noch ein bisschen später und dunkler hätte sein können, Roisin Murphy, die während ihrer Show in unzählige Kostüme schlüpfte und ein komplettes Bühnenstück aufführte, als nur ihre Songs, und natürlich Radiohead, die viel von ihrem aktuellen Album A Moon Shaped Pool spielten aber auch die Klassiker aus Kid A und OK Computer, so zum Beispiel auch „Creep“ und „Karma Police“ in der Zugabe. Die Stimmung war großartig trotz der Menschenmenge und die konzentrierte sich am Sonntag Abend eindeutig und vollzählig vor der Main Stage und erwartete den großen Headliner. Beim seligen Verlassen des Geländes bot der Park allerdings doch einen ernüchternd abgerockten Zustand dar und wir fragen uns, ob das wieder in Ordnung kommt, so wie es die Veranstalter versprochen haben. Das behalten wir persönlich im Auge.

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STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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