– 07.10.2015

Ten Fé

Das Telekom Electronic Beats Festival präsentiert sich dieses Jahr in verschiedenen Metropolen Osteuropas, so auch am vergangenen Wochenende in Bukarest. Es ist Freitag, wir flanieren vorbei an Stadtpalästen, Prunkbauten und durch gepflasterte Gassen, gesäumt von traumhaften kleinen Stadtvillen. Alles strahlt im Glanz vergangener Tage. Mit dabei die Band Ten Fé, seit 2014 gefördert durch den Telekom Music Talent Space (TMTS) und einer der Festival Acts in Bukarest.

Es ist ein kurzer aber beeindruckender Fußmarsch zum Hotel der Jungs. Die Band um die Sänger und Songwriter Leo und Ben aus London, die dort mit Ihren Songs die U-Bahnen bespielten und es nun auf die Bühne des Electronic Beats Festivals geschafft haben, empfängt uns herzlich am Eingang des Hilton Hotels. Von dort aus geht es gleich in ihren Shuttlebus. Aufgeweckt und bereit mit ihrer Show das Electronic Beats Festival zu eröffnen, versprühen sie gute Laune und lassen sich ebenso wie wir von den vorbeiziehenden Gebäuden faszinieren.

Kaum haben wir die Altstadt verlassen zeigt die Stadt ein anderes Gesicht. Hier bröckelt die Fassade. Eine gigantische „Platte“ gehört wohl ebenso zur Stadt wie der glanzvolle Charme des Fin de Siècle. Wir erreichen das „Atelierul de Productie“, eine ehemalige Fabrik der Baumwollindustrie. In der alten Spinnerei findet sich eine unkonventionelle Mischung aus Galerie und Raum für Veranstaltungen. Hier werden Leo und Ben, die Begründer von Ten Fé, ihr Bassist Rob und der Drummer Luca in wenigen Augenblicken dem industriellen Ambiente zwischen Beton und Metall musikalisch eine Seele einhauchen.

Die bodentiefen Fenster im Raum geben den Blick frei auf einen Kanal. Oben auf dem Dach bietet sich ein atemberaubender Blick auf die Stadt. Hier haben wir uns eingefunden um noch ein Paar Momente der Ruhe vor dem Sturm zu genießen. So stehe ich da mit der Band, auf einer leeren Tanzfläche unter den Sternen von Bukarest und lasse den Blick über die Dächer streifen. Es fällt schwer sich dem Anblick der Skyline zu entziehen, doch das Opening naht und wir begeben uns zum Soundcheck.

Als die Band die Bühne betritt, ist das Licht in der Werkhalle gedämmt. Mit dem ersten Ton den die vier Jungs aus Großbritannien anschlagen, wird die Kulisse jedoch in ein Meer aus Lichtern getaucht. Ihr kraftvoller Sound, gemischt aus Rock, Indie und elektronischen Klängen bahnt sich durch den Raum, während atemberaubende Visuals hinter der Bühne die Musik untermalen. Sie eröffnen das Konzert natürlich mit ihrer ersten Single „Make me Better“. Man kann erahnen, dass Ihre Vorbilder aus Zeiten der Beatles und Bob Dylan stammen, dennoch klingt ihr Sound modern. Leos zarte und zugleich maskuline Stimme wird von einem starken Bass und zwei Gitarren getragen. Auch Ben hat eine ebenso unvergleichliche Stimme und gibt im zweiten Song den Ton an. Ihre Melodien sind sanft und stark zugleich und sie schaffen es, die Menge pausenlos mit ihren eingängigen Rhythmen und unerwarteten Breaks in Bewegung zu halten.

Ten Fé haben die Eröffnungs-Show gerockt und einen gelungenen Auftakt für das Electronic Beats Festival gegeben. Nach einer Nacht mit nur wenig Schlaf aber unvergesslichen Momenten, finden wir uns Samstag Mittag in der Altstadt von Bukarest wieder und genießen bei Urbn Supply Co. das Lebenselixier der Nachtschwärmer: Kaffee. Von hier aus brechen wir auf, die Stadt gemeinsam zu erkunden. Die vier Jungs lassen sich gerne zum Parlamentspalast führen, wo wir uns die Zeit nehmen diesen ominösen Bau in seiner Gänze zu betrachten. Wir schießen Fotos, vor, hinter und auf den Mauern, bis wir von den Sicherheitsleuten verfolgt die Flucht ergreifen.

Gemütlich schlendern wir zum Vintage Vinyl Markt – auch ein Teil des Festivals, das sich durch verschiedene Ausstellungen, Aktionen und Veranstaltungsorte in der ganzen Stadt verteilt. Dort machen wir es uns im Garten des Cafés gemütlich, bestellen kühle Getränke und stöbern gemeinsam in den zahlreichen, mit Schallplatten gefüllten Kisten. Als Singer-Songwriter lassen sich Ten Fé gerne von ihrer Umwelt inspirieren und fördern beim Stöbern durch die alten Tonträger die ein oder andere Musiklegende zu Tage.

Was hat sie wohl zu ihrer ersten Single Make me Better bewogen?

Leo: „I think I get my inspiration from trying to write something that I am happy with and Ben will be impressed by. We have a relationship where we are always trying to show the other one what the other feels and is excited by. We are always pushing each other to try writing something better than the last time. So I get a lot of creative inspiration from being with Ben.“

Leo

Leo: „In general just everything inspires me. I am really trying to not think of myself as a certain type of songwriter or certain type of musician or even a certain type of creative person. I am trying to keep my sences awake and be excited by everything that I came accross wheather it was personal or cultural or political. And being able to travel really helps a lot. Nothing is more exciting to me than hearing a song I’ve never heard before and realizing ’shit this is mad, I love this song’. That feeling is probably the most special and is even more special when you’ve written the song yourself.“

Ben

Ben: „By hearing ‘make me better’ for the first time I thought ’shit this is really good’ so it’s definitely about a massive vibe and gives you a massive incentive to come out with something good, that Leo is gonna like as well. That is a massive part of it. Music is a massive part of my life. It feels like that kind of world that you’re joining, and you are kind of blinking in with and all your favorite people that you really have a deep love with you’re joining in, kind of channeling that music that you love… It kind of feels like this big organic party (laugh). It’s this familiar feeling.“

Ein herzliches ‚Goodbye’ wie unter Freunden die ein gemeinsames Abenteuer erlebt haben, welches nun zu Ende geht, trennt unsere Wege. Als nächstes geht es für Ten Fé nach Budapest und dann nach Zagreb. Wir sind sehr gespannt was noch Großes folgen wird.

 Interview/Text und Bilder: Birke van Maartens für Stylemag
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STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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