– 27.04.2015

Stylemag_Gallery Weekend Collage

An drei Tagen und drei Nächten steht Berlin kommendes Wochenende wieder ganz im Zeichen der Kunst. Vom 01. bis 03. Mai lockt das Gallery Weekend 2015 erneut Sammler, Kuratoren und Kunstinteressierte in die Hauptstadt und lädt mit insgesamt 47 teilnehmenden Galerien zur Entdeckungstour durch die verschiedensten Genre zeitgenössischer Kunst. Stylemag hat unter der grossen Auswahl schon mal die fünf Must-Sees zusammen getragen.

Peres Projects: “Mark Flood”

Peres Projects lädt mit “Astroturf Yelp Review Say Yes” zur sechsten Einzelausstellung des in Houston lebenden amerikanischen Künstlers Mark Flood, die neben neuen Werken aus seinen Text- und Logoserien erstmalig in Berlin auch eine neue Serie mit dem Titel “Aged Paintings” zeigt. Flood beschäftigt sich seit den frühen 1980er Jahren mit dem Promi- und Konsum-Kult und verfremdet im Zuge dessen Bilder von Prominenten, Reklamen und Firmenlogos mittels Collagen, Reprints und Übermalungen. Initiiert wurde die Serie als Werbemaßnahme für Floods einflussreiche Punkband „Culturecide“ in den frühen 1980er Jahren. Die daraus resultierenden Auszüge aus Songtexten, die ihrer eigentlichen Funktion beraubt wie Werbeslogans daher kommen, erteilen dem Betrachter in rotziger Punk-Manier Befehle wie „Fuck It“, „Get Laid“ oder „Feel It“.

Peres Projects, Karl-Marx-Allee 82, 10243 Berlin

Contemporary Fine Art – “Tal R & Marianne Vitale”

Kunst war für ihn immer schon eine Flucht vor Schlimmerem, so der 1967 in Tel Aviv geborene dänische Künstler Tal R, der heute vor allem durch seine schöpferische Vielfalt besticht: Spielerisch bewegt er sich in den verschiedensten Medien wie Malerei, Skulptur, Textilkunst und Modedesign. Für seine inhaltsgeladenen Gemälde, Collagen und Installationen verwendet Tal R oft Elemente aus Musik, Comic-Ästhetik, TV und alten Videospielgrafiken. In der Vergangheit kollaborierte er bereits mit Kollegen wie Jonathan Meese und Daniel Richter und ist neben Kaspar Kaum Bonnén, Kirstine Roepstorff und John Kørner Mitglied des Künstlerkollektivs Kørners Kontor. Dem gegenüber stehen die Arbeiten von Marianne Vitale, die mit ihren Werken den Wandel des „amerikanischen Traumes vor dem Hintergrund der Industrialisierung untersucht. Vitale verwendet hierfür Holzbohlen und -balken alter, aufgelassener Industriebauten und Werkshallen, die sie zu raumgreifenden Installationen arrangiert um mit dieser Form der Zweckentfremdung die Fragilität unserer ökonomischen Wirtschaftskreisläufe kenntlich zu machen.

Contemporary Fine Arts, Am Kupfergraben 10, 10117 Berlin

Galerie Michael Hass – “Francis Picabia”

Von ihm stammt der berühmte Satz: “Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann” – mit Francis Picabia (1879-1953), der im kommenden Jahr im Museum of Modern Art in New York und im Kunsthaus Zürich Retrospektiven haben wird, präsentiert die Galerie Michael Haas im Rahmen des Gallery Weekends einen der spannendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Und obwohl er einer der aufregendsten und einflussreichsten Figuren der klassischen Moderne ist, ward er von der Kunstgeschichte lange verschmäht – vielleicht weil ihn sein subversiver Witz und seine brilliante Prinzipienlosigkeit zum scheinbar rastlosen Verwandlungskünstler avancierte, der mit seinem gewaltigen Oeuvre bis dato kaum greifbar schien.

Galerie Michael Haas, Niebuhrstraße 5, 10629 Berlin

Galerie Sexauer – “SALOON Group Show”

SALOON ist eine Gruppe junger Frauen der Berliner Kunstszene bestehend aus Künstlerinnen, Kuratorinnen, Journalistinnen und Wissenschaftlerinnen. 25 von ihnen zeigen im Rahmen des Gallery Weekends zum ersten Mal in einer großen Ausstellung in der Sexauer Gallery. Der Name SALOON bezieht sich ironisch einerseits auf die Pariser-Salon-Ausstellungen des 19. Jahrhunderts und andererseits auf den amerikanischen Saloon des Wilden Westens, beides weitgehend Männerdomänen, die sich nun die SALOON-Frauen symbolisch zu eigen machen. Die Ausstellung findet gemeinsam mit der großen Ausstellung NGORONGORO statt, zu der die Künstler aus den Ateliers auf dem Gelände zwischen Streustraße und Lehderstraße eingeladen haben, auf dem auch die Galerie SEXAUER ihre Ausstellungshalle hat.

Galerie Sexauer, Streustr. 90, 13086 Berlin

Galerie Jordan/Seydoux — Drawings and Prints – “MADE IN ZURICH, Selected Editionen 1965-1972″

“MADE IN ZURICH, Selected Editionen 1965-1972″ ist die allererste Einzelausstellung der Künstlergruppe ART & LANGUAGE in Berlin. Der Höhepunkt der Ausstellung ist eine Serie mit bahnbrechenden Arbeiten, die erstmals 1972 in der Galerie Bruno Bischofsberger in Zürich gezeigt wurde. Seit dieser Ausstellung sind diese Gemälde, Editionen und Textarbeiten weder ausgestellt, noch veröffentlicht worden. Verkauft an die Rothschild-Bank, wurden sie zunächst zwanzig Jahre lang in deren Safes der Bank aufbewahrt, bevor sie von dem damals erst 21-jährigen französischen Sammler Philippe Méaille erworben wurden. Kommendes Wochenende werden sie zum ersten Mal seit vierzig Jahren der Öffentlichkeit endlich wieder zugänglich gemacht.

Jordan/Seydoux — Drawings and Prints, Auguststraße 22, 10117 Berlin

Alle teilnehmenden Galerien gibt es hier noch einmal im Überblick, die schönsten Bilder vom letzten Jahr hier.

Collage: Stylemag

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STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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