– 12.03.2015

„Für mich kann ein Bild viel schneller eine Geschichte erzählen als ein Text und es bleibt zudem länger im Kopf“, erzählte uns der Hamburger Fotograf Kevin McElvaney kürzlich in seinem Interview. „Bilder kann ich mir merken, Sprüche und/oder Geschichten jedoch nur wenige.“ Dem Autodidakten, der seit einiger Zeit für seine Fotoserien von unter anderem der Elektromülldeponie Agbogbloshie in Ghana, den Townships von Kapstadt und dem Schwefelabbau in dem indonesischen Vulkan Kawah Ijen internationale Aufmerksamkeit erhält, gelingt in seinen Aufnahmen genau dieses Vorhaben: Seine Bilder erzählen Geschichten; ohne dass sie des Wortes bedürfen, berichten die Menschen, die er porträtiert, unweigerlich und unmittelbar von ihrem Leben.

Hintergrundgeschichte und Kommentare des Fotografen selbst eröffnen jedoch nochmals neue Ebenen und geben einen Einblick sowohl in seine Arbeit als auch die menschlichen Umstände der Entstehung. In seinem zweiten Beitrag zu der Stylemag-Serie Fotografie und Wirklichkeit konzentriert sich Kevin McElvaney darauf. Über die Entstehung des Bildes im Bildes in Agbogbloshie erzählt er:

kevin mcelvaney_Agbogbloshie_1

Bild 02: POLAROID, Agbogbloshie, near Accra, Ghana.

Für mich sind Polaroids die schönste Art, als Fotograf ein non-verbales Dankeschön auszusprechen. Viele Menschen, die ich treffe, sehen sich nicht täglich selbst im Spiegel an und können nicht einen Schritt zurücktreten, um ihre jetzige Situation zu reflektieren. Wenn man diesen Menschen ihr Porträt als Polaroid übergibt, merkt man oft, dass diese Selbstreflexion in Sekundenschnelle einsetzt – das kann sehr schön oder sehr traurig sein.“

Über Kevin McElvaney: Kevin McElvaney wurde 1987 in Norddeutschland geboren und ist ein Autodidakt in der Fotografie, der sich der fotografischen Dokumentation mit einem Fokus auf Porträtbilder verschrieben hat. Dafür reiste McElvaney bisher unter anderem in die Townships von Kapstadt, nach Antwerpen, in das Westjordanland, auf die Elektromülldeponie Agbogbloshie in Ghana sowie in eine Schwefelmine in dem indonesischen Vulkan Kawah Ijen. Aktuell entsteht eine neue Serie in Israel. Kevin McElvaney lebt und arbeitet (wenn er nicht gerade auf Reisen ist) in Hamburg.
Stylemag hat den Fotografen und sein Werk im Interview ausführlich vorgestellt, das an dieser Stelle nachgelesen werden kann. Zu Teil 1 von “Kevin McElvaney – Fotografie und Wirklichkeit“ geht es hier entlang.
Folgt Kevin McElvaney auf seiner Website, Facebook und Instagram.

Über die Serie “Fotografie und Wirklichkeit”: Kann Fotografie die Wirklichkeit darstellen? Ausgehend von dieser Frage, die das Medium seit seiner Entstehung begleitet, bittet Stylemag in der Reihe „Fotografie und Wirklichkeit“ jeden Monat einen neuen Fotografen um ein visuelles Statement. Vier Wochen, vier Bilder, ein Thema. In der Vergangenheit haben Joans Lindström und Markus Pritzi zu der Serie beigetragen – alle Fotografien im Überblick findet ihr hier.

 

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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