– 27.04.2012

Der unermüdliche Stephen O’ Malley schreitet immer weiter voran in seiner Transformation vom Doom Metaller der lauten Tage bei Burning Witch oder Khanate zum Komponisten Neuer Musik. Statt Underground-Ikone einer kleinen Metal-Subkultur zu sein, bewegt er sich nun in Museum, Philharmonie und Feuilleton – der Umzug von Seattle nach Paris ist vielsagend. Im Frühjahr dieses Jahres kollaborierte er zum wiederholten Male mit der Theaterregisseurin Gisèle Vienne in einer Ausstellung für das Centre Pompidou. „Teenage Hallucination“ hieß die Sammlung lebensgroßer Puppen verstörter Jugendlicher, die in finsteren Szenarien arrangiert war. Über den verwüsteten Klassenräumen als potentiellen crime scenes waberte ein bedrohliches Grollen, das uns jetzt auf dem neuen KTL Album wieder begegnet.

Teenage Hallucination – Gisèle Vienne et Dennis… von centrepompidou

Hier lässt sich kein Ton auf ein einzelnes Instrument zurückführen, die Gitarre ist bis zur Unkenntlichkeit entstellt oder wie bei „Phill 1“ durch ein Philharmonieorchester ersetzt. Das Klanguniversum O’ Malleys hat sich in den letzten Jahren sukzessive reduziert, der Begriff „Drone“ steht als ultimative Verschlankung im Raum. „Last Spring: A Prequel“ verzichtet schließlich ganz auf Musik. In dem Stück, das ebenfalls Teil von „Teenage Hallucination“ war, wird zwanzig Minuten lang ein Text des Underground-Autors Dennis Cooper in französischer Sprache gelesen. Im Dialog mit einer Handpuppe erforscht dort ein Jugendlicher die Natur des Bösen.

KTL beschwören mittlerweile mit leisen Mitteln ein Unheil herauf, das sich langsam, dafür umso mächtiger ausbreitet.

KTL „V“

erscheint am 8.Mai auf Editions Mego

editionsmego.com/artist/ktl

Text >nh

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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