– 20.06.2011

Berlin wird gegen Paris eingetauscht – zumindest von Converse, deren Projekt „Canvas Experiment“ nun in die zweite Runde geht. In Berlin feierte das Projekt bereits einen erfolgreichen Start, bei dem Künstler aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen waren, sich aus ihrer individuellen Perspektive heraus mit dem Kult um den berühmten Schuh zu beschäftigen. Die sogenannte „Chuck Wall“ – eine interaktiv steuerbare Wand mit etwa 500 schwenkbaren Modelle – nutzten sie dafür kreativ und schufen nicht nur Bilder, Muster und Buchstaben aus den zweifarbigen Exemplaren, sondern visualisierten ebenso musikalische Klänge an der sich ständig verändernden Wand.

In Paris angekommen, hat Converse das Projekt nun erweitert. Im Zuge des „Canvas Experiments“ soll so nicht mehr nur die animierte Schuhwand für künstlerische Projekte genutzt werden, sondern parallel dazu wurden weitere Künstler beauftragt, sich spielerisch mit der Sneakerlegende auseinanderzusetzen. Den Anfang machen die französische Künstlerin Olivia Fremineau und der Niederländer Diederick Kraaijeveld. Ihre Interpretationen der All Stars könnten unterschiedlicher kaum sein. Kraaijeveld, der für seine Arbeiten mit alten, gefundenen Materialien arbeitet, hat aus dem Holz aus einer stillgelegten Detroiter Basketballhalle eine Serie um den Chuck-Taylor-Sneaker geschaffen. Herausgekommen sind dabei großformatige, aus aufeinander lagernden Holzschichten bestehende Schuhe, bei denen die Herkunft des Materials sinnbildlich ist, assoziiert es doch auch den Ursprung des Schuhs, der auf den amerikanischen Basketballsspieler und Namensgeber Chuck Taylor zurückgeht.

DIEDERICK KRAAIJEVELD, HILVERSUM, NIEDERLANDE

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Aw3SPxOf88k[/youtube]

OLIVIA FREMINEAU, Paris, Frankreich

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=gl0keraK__M [/youtube]

Die Entstehungsprozesse der Arbeiten der Französin Fremineau wiederum sind weitaus komplexer. Ihren handwerklich-konstruierten Objekten geht eine lange Planungszeit voraus, deren Resultate am Ende mit Fotografien erfasst und abgeschlossen werden. Ein Misstrauen gegenüber digitalen Medien aufgrund ihrer Manipulationskraft sowie menschliche Erfahrungen stehen auch in ihrer Arbeit für das „Canvas Experiment“ im Vordergrund. Für das Projekt hat die Künstlerin eine Installation geschaffen, deren eine Seite von einem Schwarz-Weiß-Bild der Künstlerin mit einem Converse-Schuh an ihren Füßen abgedeckt wird. Innen und Außen der Konstruktion sind freigelegt, sodass es dem Betrachter möglich wird, die Dinge von außen zu betrachten, während ihm parallel dazu auch der Blick in das Innere gewährt wird. Gleichzeitig spielt die Aushöhlung ihres fotografierten Körpers mit der durch das Medium der Fotografie ohnehin fraglichen (Un-)Möglichkeit der Erfassung des menschlichen, hier speziell des weiblichen Wesens.

www.converse.de

Text > Teresa Köster

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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