– 28.04.2011

Spontan kam die Einsicht, dass das Westgermany zwar eine charmante Location sei, aber dem großen Andrang wohl nicht gewachsen sein würde. So wurde das Moon Duo-Konzert in letzter Minute ein Haus weiter, in den Festsaal Kreuzberg verlegt. Eine kluge Entscheidung, denn spätestens seit dem ersten Longplayer, „Mazes“, ist das Wooden Shjips-Nebenprojekt nun fast so gehypt wie das Mutterschiff.

Los ging es mit Mueran Humanos, zwei jungen Spaniern, die mit morbidem Artwork und Rockstar-Attitüde zu überzeugen suchten. Leider war es der Gesten ein wenig zuviel, und der Brachialsound mit spanischem Gesang vermochte es nicht, die Leute davon abzuhalten, es sich bei den lauen Temperaturen im Hof gemütlich zu machen.

Das änderte sich, als es schließlich zu später Stunde mit dem Hauptact losging. Das Prinzip „Frau an den Tasten, Mann an den Saiten“ wurde beibehalten, allerdings scheint Ripley Johnson und Sanae Yamada die Coolness ganz zufällig zugeflogen zu sein. Die kalifornische Lässigkeit schwingt bei dem reizend anzusehenden Paar in jeder Bewegung mit.

Yamada wirbelte vom ersten bis zum letzten Takt mit wallendem Haar hinter ihrer Orgel herum. Johnson erinnerte ein wenig an einen jungen Rick Rubin, wie er da mit grauem Rauschebart und entspannter Mine den Stonerrocker gab. Die psychedelischen Visuals fügten sich ganz ausgezeichnet ins Konzept, was allerdings eine Winzigkeit weniger meditativ hätte aussehen können. Klar, dass die Musik des Duos auch durch Repetitivität funktioniert, aber live reizte sich dieser Sound recht schnell aus. Vor allem die monotone und äußerst dominant gemischte Drummachine war dem Charme, den das Album verströmt, abträglich.

Text > nh

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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