– 08.03.2011

Aidez-moi! M’aidez! Mayday! Shepard Fairey lässt einen gedruckten, 155 Arbeiten umfassenden Notruf los. Kontrastierend zu dem amorphen Symbolismus seiner bisherigen Werke, ist die Aussage der Zeichnungen, Gemälde und Schlabonenkunst, die im Katalog zur Ausstellung im Rahmen der New Yorker Deitch Projects zu sehen sind, auffallend direkt. Ein Hilfeschrei der gleichzeitig als Inspirationsquelle verstanden werden sollte.

Fairey porträtiert Künstler und Aktivisten, deren politisches und gesellschaftliches Engagement beispielhaft für jeden einzelnen stehen sollen. Der Titel des Buches symbolisiert die Dringlichkeit seines Anliegens. Es wird um Hilfe gebeten, die Ungerechtigkeiten in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu bekämpfen. So wohnt dem Notruf auch die Hoffnung, gehört zu werden, inne. Wer nicht spricht oder auf sich und sein Anliegen aufmerksam macht, dem wird kaum geholfen werden. Fairey will zum Handeln animieren. Künstlerisch referiert er über große, bedeutsame Schritte der Vergangenheit, die Musiker, Künstler und politische Aktivisten, wie Joe Strummer, Neil Young, Patti Smith oder Jean-Micheal Basquiat, bereits unternommen haben.


Die Porträts sollen dem Betrachter vor Augen führen, dass alles, was einmal in der Vergangenheit möglich war auch in Zukunft möglich ist. Politisches und gesellschaftliches Engagement ist demnach nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, vielmehr höhlt eben jener Tropfen langfristig selbst den widerstandsfähigsten Fels. Der aufgeklärte Homo sapiens darf nicht ruhen und soll unerschütterlich darum bemüht sein, soziale Ungerechtigkeiten aufzuzeigen. Menschen, die in einer verpflichtenden Weltöffentlichkeit stehen, sowie der Kunstkonsument am Ende selbst, sollen ihre revolutionären Samen zum Keimen bringen um den Mainstream nachhaltig zu verändern. Faireys Arbeiten sind ein Appell an uns, laut zu werden und unsere Forderungen auf die Straße zu bringen. Helfen wir ihm!

MAYDAY.The Art of Shepard Fairey, Published by GINGKO PRESS

www.gingkopress.com


Text > Anja Fordon

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>