– 31.01.2011

Die Menschheit sieht sich immer akuter mit Fragen der Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit konfrontiert. Das Architekturforum Aedes Berlin eröffnete letzte Woche eine sich mit diesen Themen auseinandersetzende Großinstallation: „The Next Industrial Revolution – Blueprint Netherlands“ stellt das von dem deutschen Chemiker Prof. Michael Braungart und seinem Umweltinstitut EPEA initiierte „Cradle to Cradle“-Konzept vor. Die Philosophie dahinter ist, Produkte immer im Hinblick auf ihren Lebenszyklus zu gestalten.

ie produzieren dann keinen Abfall mehr und arbeiten ökoaktiv. T-Shirts sind demzufolge kompostierbar, Teppichfliesen reinigen die Luft in Innenräumen und selbst ein Fernseher ist nach diesem Prinzip zu 100 Prozent recycelbar. Braungart und McDonough haben sich von der Natur inspirieren lassen, die zwar nicht ökoeffizient aber eben ökoeffektiv arbeitet.  Die inspirierende und informative, als Messe konzipierte Ausstellung zeigt eine Strategie zur Umformung des aktuellen Wirtschaftssystems. Produkte und Prozesse, die nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip kreiert werden, müssen nicht reglementiert werden, sondern hinterlassen einen positiven Fußabdruck.

Um die Umwelt nachhaltig schützen zu können, müssen sich die wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen grundlegend verändern. „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ so sagte schon Albert Einstein. Ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg sind nicht nur kompatibel, sondern können sich vollständigen beeinflussen. Wenn Produkte dem Ökosystem nicht schaden, sondern ihm sogar als Nahrung dienen, ist das Bestehen der Menschheit auf längere Sicht nicht utopisch. So bietet das umfassende, konzeptionell radikale „Von der Wiege bis zur Wiege“-Konzept, Lösungsvorschläge für die unübersehbaren Herausforderungen unserer Zeit.

Um dieses Prinzip zu integrieren, ist es wichtig, Unternehmen als auch Konsumenten von dessen Funktionalität zu überzeugen. Genau das versucht die Ausstellung im Architekturforum Aedes. Auf zahlreichen, von der Decke herabhängenden Stoffbahnen, werden ökologische und ökonomische Wirkungsweisen der nach dem innovativen Prinzip hergestellten Produkte visualisiert. Auf einem langen Präsentationstisch inmitten der Installation kann man einige der nachhaltigen Fabrikate ausprobieren.

Damit das Informationsgut genauso nachhaltig bleiben kann, wie die Erzeugnisse selbst, bieten Firmen, die schon jetzt diese Philosophie in ihren Herstellungsprozess integriert haben, zahlreiches Informationsmaterial in Form von Broschüren, Flyer und Magazinen an. Wer will, kann sich dann auch noch eine Rolle des nachhaltigsten Toilettenpapiers der Welt mitnehmen und sich somit selbst vom System überzeugen.

Di – Fr    11-18 Uhr
Sa – So  13-17 Uhr
Aedes am Pfefferberg
Christinenstraße 18-19 – 10119 Berlin

www.aedes-arc.de

Text > Anja Fordon

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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