– 03.12.2010


Seit ein paar Tagen läuft der Weltklimagipfel im mexikanischen Cancún, an dem 194 Länder teilnehmen. Nach den enttäuschenden Resultaten des letzten Gipfels in Kopenhagen hofft man nun bescheiden auf einen erfolgreichen Ausgang dieses Treffens, vor allem angesichts der akut gewordenen Notwendigkeit, sich auf verbindliche Ziele im Kampf gegen den Klimawandel zu einigen. Parallel zum Gipfel in Cancún wurde eine Kampagne namens „350 Earth“ ins Leben gerufen, die die weltgrößte Gruppenausstellung von Werken ist, die sich dem Thema des sich verändernden Klimas auseinandersetzen. Von Neu-Delhi über Kapstadt bis nach Los Angeles kommen Tausende Menschen zusammen, um Klimakunst auf großen Flächen zu erschaffen.

In der Wadi-Natrun-Wüste in Ägypten z.B. formten Hunderte von Jugendlichen einen gigantischen Skarabäus, der eine Sonne hält. Der Käfer ist in der ägyptischen Tradition verantwortlich für das Auf- und Untergehen der Sonne und macht in diesem Werk auf deren unschätzbare Kraft und ihr Potential aufmerksam, zukünftig großer Energielieferant durch Solarzellen zu sein. Aber auch in Island, unter den härtesten Kältebedingungen auf einem Gletscher, entstand durch „350 Earth“ ein Großkunstwerk: Ein riesenhafter Eisbär, gemalt mit umweltverträglicher Farbe, prangt auf der glatten Oberfläche des Schnees. Eisbären sind nicht heimisch in Island, doch verirren sich einige Exemplare an die dortigen Küsten auf der Suche nach neuem Lebensraum, der ihnen mit den schmelzenden Polkappen abhanden kommt.

Die Gebilde sollen laut den Veranstaltern aus dem All sichtbar sein. Weltweit gibt es über ein duzend davon. „The plan is to make images visible from the skies to remind those in Cancun that we’re running out of time“, sagte Thom Yorke von Radiohead, einer der beteiligten Künstler. Mögen ihre Warnungen erhört werden.

earth.350.org

Bilder >
Ice.jpg: Christopher Lund
Scarab.jpg: Ahmed Hayman
Elephant.jpg: DDancer/artforthesky.com

Text > pd

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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