– 17.11.2010

David E. Sugar macht neun Tracks lang immer dasselbe und das toll. (Das zehnte Stück, „Chelsea Girls“, schert aus der Reihe und sollte ignoriert werden.) Er singt, wie ein britischer Junge mit blonden, zerzausten Haaren eben singt, laddish vorlaut und urban abgeklärt, und wüssten wir es nicht besser, könnte Davids (New Rave) Vergangenheit als 8-bit-Nintendo-Dandy, der böse Grime-MCs über experimentelle Chip Tunes und Mörderbässe spitten ließ, auch geschwindelt und erlogen sein. Im „Memory Store“ werden andere Zeiten beschworen, die Achtziger nämlich, wie unoriginell. Aber stopp, David zitiert nicht die hundertste Synthieband aus irgendeinem Back Catalog herbei – seine für den Dancefloor designten Beats und Bassläufe sind eindeutig heutig – sondern hält sich zärtlich an den langen schlanken (digitalen) Hals einer Halbakustischen, deren köstliche Akkorde die refrainfreudigen Tracks durchziehen wie Karamelladern das halbe Kilo Ben&Jerry’s. Vielleicht fällt es nur alten Fans auf, vielleicht hat Sugar selbst keine Ahnung aber was da im Regal der Erinnerungen ganz weit vorne steht, kann nur, muss „North of a Miracle“ sein, Nick Heywards Meisterwerk für freundliche Liebessehnsüchtler und preppy Strandläufer. Und so erfüllen die vielen, eineiigen Songs, die Davids etwas beschränkte Stimm- und Melodiekapazitäten in die Clubs tragen, erneut das Versprechen ungestümer, oberflächlicher Jugendlichkeit hinter der ein weiches, wundes, wohlmeinendes Herz schlägt. Zucker macht glücklich.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=_WEePM0sRqA[/youtube]

David E. Sugar
„Memory Store“
Sunday Best
www.myspace.com/davidesugar

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stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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