– 10.09.2010

Eine angenehme Ruhe macht sich in den lichten Uferhallen Wedding breit, nur ein paar Plätschergeräusche und leise Stimmen einzelner (Video-) Installationen der Ausstellung „Zur Nachahmung empfohlen! – Examples to follow!“ sind zu vernehmen. Hinter dem auffordernden Etikett stehen zahlreiche Kunstwerke, die auf beeindruckende, simple oder aufwändige, teilweise witzige Art die ästhetische und kulturelle Dimension der Nachhaltigkeit behandeln.

Welche Antworten hat die Kunst auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel, die Endlichkeit der Energiereserven, das Schwinden der Biodiversität, gesellschaftliche Entwicklungen und was kann sie bewirken? Zeitlos aktuell bleibt eine Antwort von Joseph Beuys, der mit seinem Pflanzprojekt „7000 Eichen“ 1982 der Documenta, den Kasselern und der Welt zeigen wollte, dass die Kunst Verantwortung übernimmt.

Neuere Entgegnungen stammen zum Beispiel von Néle Azevedo, deren Aktion „Minimum Monument“ als Videodokumentation ohne Worte auskommt: Auf frequentierten Treppen werden sitzende Eismännchen verteilt, die langsam tropfend transparenter werden und schließlich schmelzen. Der atmende Laubhaufen „The Guide“ von Clement Price-Thomas erschreckt den Besucher ebenso wie schon Menschen und Hunde im New Yorker Central Park, da er den Sinn für das Gewöhnliche stört und die Illusion von Lebendigkeit vermittelt. Die Büro-Installation „Adopted“ von Gudrun F. Widlok vermittelt familiär bindungslosen, erwachsenen Europäern Pateneltern in Afrika.

Eine der beeindruckendsten Installationen stammt vom dänischen Künstlertrio Superflex: Das Video „Flooded McDonald’s“ zeigt, wie der Nachbau eines McDonald’s-Restaurant langsam geflutet wird, Stühle, Becher, Pommes und Ronald McDonald im trüben Wasser schwimmen, das Portrait des „Employee of the Month“ versinkt und die Leuchtreklame gefährlich summend erlischt. Durch die Unterwasser-Geräusche und die Katastrophenfilm-typische Kameraeinstellung, halb über und halb unter Wasser, entsteht eine Konsum-Endzeitstimmung.

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Die künstlerische Herangehensweise an das gesellschaftspolitische Umwelt- und Zukunftsthema reicht von subtil, experimentell, pedantisch, bis plakativ und weit über verrückte Recycling-Ideen hinaus.

Zur Nachahmung empfohlen! Examples to follow!
03.09. – 10.10.2010
Uferhallen
Uferstraße 8-11
13357 Berlin-Wedding

www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/programme/kultur_der_nachhaltigkeit/zur_nachahmung_empfohlen.html

http://www.uferhallen.de/

Text > stephanie beckmann

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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