– 29.04.2010

Das Etikett „nachhaltig“ löst Stiftung Warentest ab, signalisiert ökologische Bildung und bewussten Lebenswandel. Aber was sollte man sich bewusst machen? Geht es nun um Mehrweg-Produkte, erneuerbare Energien, CO2-Reduzierung, grüne T-Shirts, Diät?

Autor Ulrich Grober geht es in seinem Buch „Die Entdeckung der Nachhaltigkeit – Kulturgeschichte eines Begriffs“ um die Rettung der Nachhaltigkeit vor ihrem inflationären Gebrauch. Und um Aufklärung. Losgelöst von der Omnipräsenz eines heutigen Mode- und potenziellen zukünftigen Unworts erzählt der Linguist und Publizist die Geschichte, Verwendung und Begrifflichkeit der Nachhaltigkeit und zitiert auf einer spannenden Zeitreise u.a. Franz von Assisi, Johann Wolfgang Goethe und Joseph Beuys.

Das Dreieck der Nachhaltigkeit von Hans C. von Carlowitz beschreibt bereits 1713 was sich heute „sustainable development“ nennt: ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit. Interessant ist auch die Definition von Joachim H. Campe, der Nachhaltigkeit 1805 in einem deutschen Wörterbuch als das definiert, „woran man sich hält, wenn alles andere nicht mehr hält.“ Da ist was dran. Tatsächlich scheint die Idee der Nachhaltigkeit überall dann aufzutauchen, wenn eine Krise sich breit macht. Und markiert die Entstehung eines neuen Bewusstseins des Erhaltens und Bewahrens unseres Planeten.

Für alle, die es besser wissen wollen.

Ulrich Grober, „Die Entdeckung der Nachhaltigkeit. Kulturgeschichte eines Begriffs“, Kunstmann Verlag

www.kunstmann.de

Text+Bilder > stephanie beckmann

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