– 20.03.2010

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Das weiße Kälbchen von Damien Hirst ruht in Frieden in einer goldenen Vitrine auf einem Marmorsockel. Mit geschlossenen Lidern ganz unschuldig für immer und ewig haltbar gemacht: Convenience Pop. Andy Warhol TV: Andy ruft Calvin Klein an und beklagt sich, er habe kein Costume anzuziehen… Amusement auf meiner Seite. Eine Arbeit Warhols vom jungen Mick Jagger ist super. Was so ein „Mick Jagger“ wohl kosten würde? Ist ein Bild teurer, weil ein Celebrity drauf ist? Was mag eine „Grace Jones“ kosten?

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Schwarz-weiße Graffitizeichnungen all-over, T-Shirts und Poster in Keith Harings Rekonstruktion des „Pop Shop’s“. Ich kaufe fünf Buttons und drei große Postkarten. Es läuft Adonis’ „No Way Back“, ein classic Trax. Der nette „Verkäufer“ aus dem Pop Shop händigt mir auf Anfrage einen langen Schnipsel mit dem Link zum Tracklisting des tapes. Et voila!

Der goldene Raum: Blink 1992 mit Public Enemy, NWA und einer Jackson Collage. Popikonen und Märtyrer. Es ist eine Rekonstruktion vom „RedBlackGreenRedWhiteBlue Project“ von Rob Pruitt und Jack Early. Dazu läuft ein gutes Hip-Hop-Mixtape.

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Der Künstler als Medienstar: Jeff Koons liegt auf Cicciolina. Beide nackt und „Made in Heaven“. „Ilona und ich sind füreinander geboren. Sie ist eine Medienfrau. Ich bin ein Medienmann. Wir sind der Adam und die Eva unserer Zeit. Ich glaube fest daran, dass mich jetzt mit Ilona im Bereich des Spirituellen befinde. Durch unsere Verbindung sind wir wieder in Einklang mit der Natur. Ich meine, wie sind Gott. Das ist die Basis – wir sind Gott geworden.“ Heute Schnee von gestern – so zitierte ihn 1992 das „Jeff Koons Handbuch“.

An den Nazis vorbei ins Porno-Kabinett. Der Besuch dieser Ausstellungsräume ist nicht für Besucher unter 18 Jahren zugelassen und verbirgt sich hinter einem schwarzen Vorhang. Schnell hinein und wieder raus gehuscht.

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Endlich wieder Damien Hirst: „Diamonds are a girls best friend“ denke ich und verharre vor der Vitrine mit den Schmetterlingen und den synthetisch hergestellten Diamanten auf Emaillelack und Leinwand. „Ich wollte immer was mit Diamanten machen, wenn ich Kunst machen würde“, denke ich. Kristalle und Diamanten üben eine Faszination auf mich aus, die ich nicht in Worte fassen kann. (Ich habe mal eine Svarovski-Libelle im Svarovski-Shop am Potsdamer Platz gekauft und mich unter einem falschen Namen in die Kundenkarte aufnehmen lassen.)

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Die ganze Zeit kommt schon unerträgliche Pop-Musik aus dem Nebenraum: Es ist der Raum von Takeshi Murakami. Keine gute Idee mit diesem fiesen Song in der Endlosschlaufe.

Ich treffe den Kanye-West-Bären. Ein Meisterwerk des heutigen Pop. Ich habe das letzte Konzert Kanye Wests in Hamburg besucht, und es war eine Katastrophe. Ein großer Mobilfunkhersteller hatte 10.000 Gewinner ausgelost und allen fake VIP-Ausweise am Einlass geschenkt. Diese Ausweise hatten keinerlei Funktion: Sie sahen aus wie Backstage-Pässe, waren aber keine. 10.000 Plastikkarten für Teenys. Als Marc Jacobs mit Murakami für Louis Vuitton kooperierte, waren die LV-Bags das „Must Have“ der Saison. Bunte LV-Monogramme mit lachenden Blumen in Pop-Farben.

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Young British Artists. Das Label. Mein einziges Interesse an Emin rührt daher, dass sie eine sehr gute Freundin von Kate Moss ist.
Happy poppy gut drauf gehe noch ein bisschen im Museumsladen shoppen. Die Keith-Haring-Buttons werden an die Revers gepinnt.

„Pop Life. Warhol, Haring, Koons, Hirst, …“,
Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart, noch bis zum 9. Mai 2010,
www.hamburger-kunsthalle.de

[vimeo]http://www.vimeo.com/9908942[/vimeo]

Music by:
JAN GAZARRA “POP LIFE”
from the Album “I´ve come to see you once again”
published by Angora 2000 Musikverlag/ Hanseatic Musikverlag
(p) Ladomat 2000/Lado music GmbH 2002
(c) Zomba Records GmbH 2002

“POP LIFE” written by PRINCE ROGER NELSON
Fender Rhodes Piano:Sergej Tolksdorf
Produziert von Torsten Marx
published by Universal/ MCA Publishing

all music and art copyright by the artists

Director, Camera, Edit:
p&c Joanna Milz

Production:
Lifelight Production
lifelight-production.de

in cooperation:
IN LOVE WITH
inlovewith.net

Alle Fotos > Miguel Martinez http://www.flickr.com/photos/spanier/4378577671/

Text > Aleksandra SkwarcFilm > Joanna Milz / Life Light Produktion

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

Ein Kommentar für “It’s a Pop Life”

  1. joerg Neubauer

    ein sehr unkritischer und unanregender Text. Vielleicht würde so eine Beschreibung des Herumschlenderns origineller sein, wenn sie auf dem Hamburger Fischmarkt stattfindet?

    Die qualitativen Unterschiede zwischen dem großartigen Warhol und dem gehypten Damien Hirst deutlich zu machen, wäre ein Thema – aber hier im Text werden die Unterschiede lediglich daran festgemacht, ob jdm von jdm dessen Freundin ist. Pop ist das nicht, das ist ein Missverständnis über Pop.

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