– 22.11.2009

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Aus London ist man modisch gewöhnt, was Designer wie Gareth Pugh, Charles Anastase, Giles Deacon oder Vivienne Westwood verkörpern: Exzentrische Looks, mehr Kunst als Schnitt, mehr Form als Silhouette, weniger für den Körper, stattdessen viel für den Geist. Dass sich nun ein hippes Londoner Nachwuchslabel namens LP:BG Looks annimmt, die sich herrlich adrett zu Tee und Cocktail gleichermaßen machen, ist neu und überraschend gut. So gut, dass die beiden Damen hinter dem Label, ihre Kollektion sofort bei Brown Focus verkaufen durften.

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Die Entwürfe der aktuellen Winterkollektion von Lily Parker und Ben Grimes sind mondän und lässig zugleich: Statt zu verfremden, entwerfen sie ultra-feminine Stücke, arbeiten mit königsblauem Samt und anthrazitfarbener Seide, steppen Stoff und schnüren mädchenhafte Taillen. Sie lassen klare Silhouetten aus grafisch gefalteten, bodenlangen Röcken entstehen, legen seidene Halsausschnitte in zart angedeutete Falten und verwandeln das Symbol britischen Langweilerpragmatismus – die Steppjacke – in einen tiefschwarzen Kimono.

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Wo sich die beiden kennenlernten, erahnt man beim Betrachten fast: Diese Mischung aus dumpfen und hochglänzenden, edlen und  durchscheinenden Geweben, Layering und einer strengen, fast italienischen Damenhaftigkeit, die sich durch Details zu sexy Looks zersetzt, kennt man aus Großbritannien vor allem von einem: Richard Nicoll. Dort arbeitete Lily Parker nach ihrem Abschluss am London College of Fashion und Model Ben Grimes war seine Muse. Nach einer gemeinsamen Nacht in Londons Luxusherberge Claridges kritzelten die beiden gemeinsam am perfekten Kleid, hatten zu viele Martinis und zu viele Ideen und beschlossen, ihr eigenes Label zu gründen.
Das sagt eigentlich schon alles über ihren Stil: Die Looks sind hübsch genug, um darin einen Hemingway Sour zu bestellen und unangestrengt genug für eine letzte Wodkaorder in irgendeiner runtergekommenen Bar.

www.wearelpbg.com

Autor > Julia Christian

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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