– 25.09.2009

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Paul Smith ist vor allem bekannt dafür, furchtbar britisch zu sein. Und so erwartet man, wenn man an den Designer denkt, vor allem eins: Das perfekte Outfit für den perfekt gestylten Tomboy. Doch was für die Modeliebhaber dieser Welt ausreichend scheint, genügt dem Designer ganz offensichtlich nicht und so endete seine Reise durchs Inspirationsland diese Saison nicht etwa, wie zu erwarten war, in Aldgate, sondern in Afrika. Dabei fing alles verheißungsvoll an: Streng geschnittene Hosenanzüge, kombiniert mit Herrenschuhen, Bowler Hüte, navyblaue Blazer und perfekte Sommershorts tummelten sich über den Catwalk.

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Und auch bei der Farbwahl hatte Smith alles richtig gemacht: Taubenblau, Pink und Rostrot wurde hier mit gedeckteren Tönen gekonnt kombiniert. Als dann auch noch die britischen Subkultur-Referenz, in Form kurzgeschnittener karierter Cardigans abgehakt wurde, war der geneigte Zuschauer schon fast bereit die Show als gelungen, ad acta zu legen. Zu früh gefreut, denn Smith’ Vision von Afrika, die den zweiten Teil der Show bestimmte, hatte nicht nur viel mit Animalprints zu tun – hier wurde auf einmal so viel gewickelt und übereinander getragen, dass man kurzzeitig befürchten musste, dass ein wildgewordener Dekonstruktivist den Backstage-Bereich in seine Gewalt gebracht hatte. Welch Schande, übersah man dadurch doch leicht die Tragbarkeit der Kleider, die sich unter dem Knotenwahnsinn versteckt hielten. Falls Smith beweisen wollte, dass ihn die Rezession nicht aus der Ruhe bringen kann ist ihm dieses gelungen. Was ihm nicht gelungenen ist, ist eine stringente überzeugende Kollektion auf den Catwalk zu bringen. Die Specials-Single mag ‘Too much, too young’ heißen; doch Smith hat bewiesen, dass zuviel auch dem gesetzten Gentleman nicht steht.

www.paulsmith.co.uk

Autor > Friederike Steinert

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STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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