– 17.04.2009

review_wooden_birds

Wie funktioniert das eigentlich mit den Lieblingsplatten? Warum wird der Kitsch in den Ohren der einen, zu wertvoller Schönheit in denen anderer? Wir wissen es: der Kulturkreis, die Sozialisation, der Charakter zusammen mit unseren Erfahrungen und Verknüpfungen, der Psychoakustik des Proustschen Moments, wo ein einziger Akkord einen ganzen durchlittenen Sommer voller Liebeskummer zurückbringen kann.
“Magnolia” von  The Wooden Birds ist so eine Platte für mich: Sie zupft an den gleichen Erinnerungssaiten wie schon The Velvet Underground, Tommy Guerrero, Sam Prekop oder Nikki Sudden vor ihr, ohne einem der genannten wirklich zu ähneln. Musik, die für mich aus den verschiedensten persönlichen Gründen, Innerlichkeit und Intimität verkörpert und mich in diese frohe, warme und ruhige Melancholie versetzt, die auch der sprödeste Mensch zuweilen braucht. Es gibt nicht einen einzigen Augenblick, der mich langweilen oder zurückstoßen würde. Ich bin ganz und gar glücklich mit diesem Album und weiß schon jetzt, dass ich es in den kommenden Jahren immer wieder einmal aus dem Schrank holen werde, wo es neben meinen anderen heimlichen Freunden steht. Von wem diese wunderbaren Songs sind ist mir dabei übrigens völlig egal, falls es also jemandem weiterhilft, der Mann heißt Andrew Kenny.

The Wooden Birds
“Magnolia”
Morr Music

Autor > ad

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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