– 17.03.2009

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Er könnte genau mitten unter uns sein, völlig kompromisslos, groß und über alles erhaben, ganz selbstverständlich; ein Berg oder besser gesagt der Berg. Ein Berg, der den Titel „Der Große Visionär“ verdient hätte. Aber wir sprechen schon in der Vergangenheitsform von etwas, das mit Visionen zu tun hat, die Zukunft aber nie erreichen wird. Wir werden den „Großen Visionär“ nicht bekommen, aber ob die Stadt Berlin und ihre Stadtplanung jemals Visionen bekommen wird, ist mehr als fraglich. Der Berg steht für eine Idee – und für einen Idealismus, der den Namen Jakob Tigger trägt.

Ausgang der Geschichte ist das brachliegende Flughafenareal in Tempelhof, wo einst Rosinenbomber landeten und Geschichte geschrieben wurde. Die Stadt Berlin will es für eine schnelle Wiedernutzung erschließen. Im ersten „call for ideas“-Rennen, als urbane Zukunft gegen einen idealistischen Berg antrat, war das Ergebnis mehr als erschütternd. Der Berg war raus. Das vielversprechendste Konzept von allen… Im Wettbewerb von bereits bestehender Normalität und herausragender Besonderheit wurde leider der Langeweile mal wieder der Vortritt gelassen.

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Wunder können manchmal Berge versetzen, vielleicht kommt daher die Idee Jakob Tiggers, in Flachland-Berlin einfach einen Berg zu errichten. Das Konzept des Architekten liegt bislang nur als Computeranimation vor und ist beeindruckend. Es sieht vor auf dem Tempelhofer Flugfeld eine mehr als 1000 Meter hohe pseudoalpine Landschaft zu errichten. Die Planung bezieht die entsprechende Flora und Fauna mit ein, es würde Skipisten mit Lift geben, Almhütten und das Flair einer Idee von Ferne und Heimat am selben Ort.

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Ein Berg, die Idee war so absurd, sonderbar und brillant zugleich, wenn man bedenkt, für welche Impulse Berlin eigentlich stand. Die sind mit der Zeit irgendwie auf der Strecke geblieben und sie werden auch diesmal wieder alle Okays für schlechtere Vorschläge geben. Dabei sind die Feedbacks doch so eindeutig, wir brauchen mehr Berge.

Die Idee ist bezaubernd, wird wohl aber immer diese Idee bleiben und der Weg eher für die perfekten Reihenhäuser freigemacht. Zu mehr ist Berlin manchmal leider nicht in der Lage. Sehr, sehr traurig.

www.the-berg.de

Bildcredit > www.the-berg.de
Text > k.schlotterhose

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STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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