– 08.11.2008

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Melancholisch merkwürdig:

Tamari Nikoleishvili hat eine Vorliebe für Merkwürdiges. Ihre letzte Sommerkollektion spann sich um das Leben einer imaginären, toten Tennisspielerin – nicht gerade die typische Inspirationsquelle für eine Modekollektion. Auch die anderen Arbeiten der gebürtigen Georgierin bewegen sich jenseits von 08/15-Style oder Trendklamotte. Nachdem sie in ihrer Heimat zunächst Medizin studiert hatte, zog Nikoleishvili nach Bremen, von dort mit einem Diplom der Hochschule der Künste in der Tasche nach London und absolvierte Praktika bei Vivienne Westwood und bei Marjan Pejoski. Im Jahr 2004 landete sie schließlich in Berlin und begann, unter dem Namen Penelope’s Sphere Mode in Eigenregie zu entwerfen, deren Look geprägt ist von Melancholie und Nostalgie, Verlebtem und Neuem. Dies macht sich vor allem beim Umgang mit Stofflichkeiten bemerkbar: Zarte Seide, die sie zum Teil in matten Off-Tönen selbst einfärbt, und feine Muster, sowie einfache, grobe Materialien und offene Kanten kommen zusammen. In Fragen der Silhouette bestimmt eine gute Portion Phantasie den Look, denn auf ein schnitttechnisches Standardrepertoire greift Tamari Nikoleishvili selten zurück, stattdessen erfindet sie eigene Wege, Ärmel und Oberteil zu verbinden oder Stoff um den Körper zu legen.

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Organisch geschwungene Linien, die auf eckige Nahtverläufe und rechte Winkel treffen sind charakteristisch. Das ist eigenwillig, auf eine subtile Weise exzentrisch und von einer unleugbaren morbiden Rauheit. Dabei sind viele Stücke durchaus sehr tragbar und alltagstauglich, wie die aktuelle Herbst-Winter-Kollektion die, ganz diesseitig und konkret, gemacht ist für „Frauen, die eine kräftige Party hinter sich haben; die nach 10 Stunden immer noch im Bett liegen und direkt über das Nachthemd den Mantel ziehen, um im Zeitschriften-Kiosk, auf der gegenüber liegenden einen Espresso zu trinken.“

www.penelopes-sphere.com

Text > Pirine Berneburg

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STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

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