– 20.06.2008

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In drei Monaten soll es soweit sein. Berlin bekommt seine Kunsthalle am Schlossplatz. Genauer an der Schlossfreiheit 1, die ihren Namen momentan zurecht trägt – denn der Platz ist glücklicherweise noch frei vom Schloss, das unter der Bezeichnung Humboldt-Forum dann doch irgendwann wiederauferstehen wird.

Der Vorschlag von Constanze Kleiner und Coco Kühn hatte sich gegen den populäreren und jedenfalls spektakuläreren Vorschlags des Monopol Magazins und dem Architekturbüro graft für eine Kunsthalle durchgesetzt. Der Architekt Adolf Krischanitz recycelte für seinen Entwurf einen Zweckbauprototyp, den er vor einigen Jahren bereits in Wien realisieren konnte. Mit dem quaderförmigen Leichtbau hat sich aber auch das Konzept durchgesetzt, dass dem Grundstückseigner Berlin und damit seinem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit in den kulturpolitischen Kram passt: Nämlich einem schlicht-praktischen Bau, von dem man sich nach zwei Jahren leichter wieder trennen kann, als von einer mehr Aufsehen erregenden Architektur, die eventuell die Zukunftsplanung des Schlossplatzes beeinträchtigen könnte. Aber das Berlin Mitte auch in Zukunft wohl kein Platz für Architektur des 21. Jahrhunderts werden darf, hat sich zuletzt auch wieder im Wettbewerb um die Renovierung des Innenraums der Staatsoper herausgestellt.

So wird also ab September die Temporäre Kunsthalle Berlin ein Erfolgsrezept des internationalen Ausstellungsbetriebs aufwärmen – den White Cube, auch wenn ihn Gerwald Rockenschaub fürs erste außen blau anmalen darf. Nichts Neues in der Architektur also, weder von innen noch von außen. Auf die erste Ausstellung darf man sich dennoch freuen. Candice Breitz wird mit Videoarbeiten eröffnen, die zwar in Berlin entstanden sind, aber noch nie hier gezeigt wurden. Das kuratorische Konzept der TKB, die ohne künstlerischen Leiter auskommen wird, sieht vor bevorzugt Kunst zu featuren, die in Berlin konzipiert und produziert wird.
MW

Abbildung oben: Temporäre Kunsthalle Berlin
Entwurf: Atelier Krischanitz, Bespielungsvorschlag Gerwald Rockenschaub.
© Schreiner Kastler / Christoph Gengnagel, Wien für Atelier Krischanitz, Berlin

Temporäre Kunsthalle Berlin, Schlossfreiheit 1, Berlin-Mitte.
www.kunsthalle-berlin.com
Eröffnungsfeier am 17. Oktober 2008

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STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

Ein Kommentar für “Spatenstich | Temporäre Kunsthalle Berlin”

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