– 09.06.2008

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Rei Kawakubo und ihr Label Comme des Garçons sind seit bald vierzig Jahren die Antwort auf Konvention in der Mode. Kompromisslos geht Kawakubo ihren Weg, ist lediglich sich selbst und ihrer Kunst verpflichtet. Dekonstruktion von Kleidung, die Farbe Schwarz – vor allem in den 1980er Jahren – als Synonym für Ablehnung, der feministische Grundgedanke der Bewegungsfreiheit für Frauen in ihren Kleidern sind nur Anhaltspunkte in Kawakubos Design-Kosmos. Auch ihre immerwährende Liebesbeziehung mit dem Anti-Establishment lässt sie zu einer außergewöhnlichen Figur im Modebusiness werden.

Gemäß dem Motto „Erwarte das Unerwartete“ ist im Fall von Comme des Garçons der Widerspruch von temporären Guerilla-Stores an unrenovierten Nicht-Orten mit dem internationalen Firmensitz in Paris an der Place Vend me – DER ersten Adresse am Platz – problemlos unter einem Label zu vereinigen. Da erstaunt es nicht, dass die Präsentation des neuen Parfums „888“ im Keller des Londoner Plattenladens „Vinyl Factory“ stattfindet und das Thema Gold auf die Tagesordnung ruft. Zu diesem Anlass sprachen wir mit Adrian Joffe, CEO von Comme des Garçons International, Christian Astuguevieille, Kreativdirektor von Comme des Garçons Parfum und Michael Howells, dem Setdesigner des Parfumlaunchs.

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In einem temporären Comme-Labor zwischen gläsernen Vitrinen mit ebenfalls gläsernen Röhren und Leitungen, Kolben und Zylindern, bestreichen weißbekittelte Laboranten gläserne Flakons mit Blattgold. Ihre Augen hinter Laborbrillen versteckt, assistieren sie den Besuchern beim Riechen. In einem durch Plastikplanen abgetrennten Bereich darf via Beatmungsschlauch an Mund und Nase der Duft des Goldes inhaliert werden.

Ein typischer Presse-Termin, irgendwie. Aber irgendwie auch nicht, schließlich geht es hier nicht nur um ein weiteres Parfum, sondern um den Kosmos von Comme des Garçons. Es geht um die Idee, den Duft des Goldes zu finden, einen Gedanken, oder vielmehr ein Netz aus Gedanken, das sich verdichtet im Kopf derjenigen Frau, die sämtliche kreativen Fäden des Unternehmens in der Hand hat: Rei Kawakubo. Die Japanerin denkt besonders und leise und immer voraus und sagt selbst, sie habe keine andere Chance als mit ihren Kreationen ihrem Glauben zu folgen, wie schwierig auch immer es sein mag. Medienscheu ist sie, auf den wenigen Porträts, die von ihr im Umlauf sind, blickt sie immer gleich und streng unter ihrem schwarzen Bob. Rei Kawakubo ist die Sphinx der Modewelt, sie gibt sich nicht preis, bleibt im Hintergrund und kommuniziert nur mit ausgewählten Menschen, die sie mit Informationen aus der Außenwelt versorgen und ihr helfen, ihre Ideen zu realisieren. Zu jenen Wenigen gehört Adrian Joffe. Der Südafrikaner und studierte Japanologe ist für das gesamte Geschäft der Marke außerhalb Japans zuständig und zudem Kawakubos Ehemann. Der distinguierte Mann beherrscht das Spiel des Austausches, versorgt Kawakubo mit Anregungen von Außen und übersetzt ihre Ideen in den Realisationsprozess.

Kawakubo wurde von der Eigenständigkeit ihrer Mutter geprägt, die sich im strengen Japan der 1950er Jahre von ihrem Mann scheiden ließ, um arbeiten zu können und unabhängig zu sein. Ohne jemals eine Modeschule besucht zu haben, gründete Rei Kawakubo ihr Label, nachdem sie erste Erfahrungen bei einer Textilfirma und als freie Stylistin gesammelt hatte. In Ermangelung adäquater Kleider für ihre Fotostrecken begann sie, erste eigene Entwürfe zu gestalten. Der Erfolg stellte sich ein: 1969, mit 27 Jahren, gründete Kawakubo ihr eigenes Label und begann mit einer Frauenlinie, 1978 wurde Comme des Garçons Homme eingeführt.

In Japan gab es bereits eigene Comme des Garçons-Shops, bevor sich die internationale Modewelt für die Designs der Japanerin interessierte. Zusammen mit Yohji Yamamoto, ihrem damaligen Lebenspartner, überraschte Kawakubo die Kritiker auf ihrer ersten Pariser Schau 1981 mit ihren eigenwilligen Looks und zählte fortan neben Yamamoto und Issey Miyake, dem dritten großen Designer im Bunde, zu „den Japanern“.

Als „Hiroshima“-Look betitelt, bildeten die zerlöcherten Pullover und der schwarz-düstere Ton einen Gegensatz zur der damals vorherrschenden Stimmung von Nach-Hippie-Phase und startender Power-Dekade, und unversehens war das japanische Label angekommen im Bewusstsein der europäischen Modewelt. Und dort blieb es. Inzwischen hat das Label eine fast mystische Aura der Coolness aufgebaut, die Marke ist zum Inbegriff japanischer Mode geworden: Konzeptionell, vergeistigt, dekonstruktivistisch, eigenwillig und immer trendabstinent.

Aus dieser autarken Haltung heraus ist die Marke zu einem tonangebenden Label und einem eigenen Universum angewachsen. Neben der Frauenkollektion wurde schließlich eine Männerlinie geschaffen, Comme des Garçons-Shirts, Parfums und Accessoires ergänzen das Sortiment. Der hauseigene Nachwuchs, wie Junya Watanabe und Designerin Tao sind mittlerweile mit eigenen Linien bedacht, und mit dem Dover Street Market in London wurde ein komplettes Avantgarde-Multi-Brand-Store-Konzept entwickelt.

Auch wenn Kawakubo als kreatives Mastermind sämtliche Prozesse der Marke bestimmt, ist sie auch Meisterin darin, mit den Besten ihres jeweiligen Faches zu kooperieren. Im Falle von „888“ hat sie wieder eng mit Christian Astuguevieille als Kreativdirektor im Segment Parfum zusammengearbeitet.

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Haben Sie als Kreativdirektor das gesamte „888“-Projekt betreut, von der Entwicklung des Duftes bis hin zur Verpackung?
Christian Astuguevieille: Nein, nicht das ganze Projekt. Wir besprechen zuerst ein neues Konzept mit Rei Kawakubo, und wenn wir uns entscheiden es umzusetzen, beginne ich, mit den Laboren zusammenzuarbeiten. Wir organisieren dann Riechtests für sie, und wenn wir den richtigen Duft gefunden haben, wird die Verpackung von Rei Kawakubo und einem Assistenten in Japan entwickelt. Dabei ist alles Teamwork, es gibt ein Team, ein Projekt, Diskussionen, aber jeder hat das gleiche Mitspracherecht, insgesamt gibt es einen sehr gemeinschaftlichen Gedanken. Und Rei hat wirklich eine sehr gute Nase und einen sehr guten Instinkt dafür, was gut riecht, was nicht und was ein Parfum interessant macht. Es gibt keine Einschränkungen bei Comme des Garçons, das beweisen die Düfte, die wir bereits gemacht haben. ‚Garage‘ zum Beispiel, das den Geruch einer Garage hat oder eigenartige und verrückte Sachen wie ‚Odeur 71‘, das nach Fotokopierer riecht, eine sehr ungewöhnliche Idee für ein Parfum. Rei mochte meine Idee, ein ‚Anti-Parfum‘ zu entwickeln, sofort.

Wie bringen Sie Intellekt und die Sinne in Ihren Kreationen zusammen?
Christian Astuguevieille: Geruch ist eine kulturelle Sache, jeder hat seine eigene Geschichte, was Gerüche angeht. Uns ist es sehr wichtig, die Menschen dazu zu bewegen, sich auf Neues einzulassen. Für mich ist der Geruch eine Möglichkeit zu träumen, auf eine Reise zu gehen, diese Reise kann auch in die Erinnerung führen.

Michael Howells, der sich unter anderem als Setdesigner für Fotoproduktionen mit Nick Knight, Modepräsentationen für John Galliano, das Haus Dior oder Christian Lacroix, sowie für Filme wie „Miss Julie“, „Bright Young Things“ oder „Emma“ einen Namen gemacht hat, zeichnet verantwortlich für die alchemistische Installation anlässlich der Präsentation des Goldduftes. Er bringt den Denkprozess, das Konzept hinter der Duftentwicklung zum Vorschein und trägt zur Befreiung des Arrangements aus einem reinen Luxus-Kontext bei.

Michael Howells: Rei Kawakubo kam auf mich zu, stellte mir das Parfum vor und fragte mich, ob ich eine Installation dafür machen wollte. Ich sagte ja, zog mich zurück und machte mir Gedanken. Schließlich kam ich auf das Thema Alchemie. Im Laufe der Geschichte versuchten die Menschen immer wieder, selber Gold herzustellen, und das wollte ich thematisieren. Und weil der Flakon so schön und haptisch ist, wie könnte man das besser illustrieren, als die Entstehung einer Goldflasche zu zeigen? Ich wollte verschiedene Herstellungsarten vorstellen, zum Beispiel durch Blattgold, was ein sehr traditionelles, altmodisches Verfahren ist. Oder durch Elektrolyse, eine modernere Methode. Oder einfach, indem man Goldfarbe auf unedles Metall aufträgt. Es ging also darum, die Produktion eines Goldgegenstandes zu zeigen, allerdings in einer Fabrikästhetik, wo es viel zu sehen gibt. Parfumproduktionsstätten sind immer so makellos, sauber und rein, keine Orte, an denen man etwas zeigen kann. Deshalb ist dieser Plattenladen auch der perfekte Ort. All diese Leute aus dem Parfum-Business müssen hier durch, und dann treffen sie plötzlich unsere kleine herumwerkelnde Wissenschaftlergilde. Es ist eine sehr simple Idee, die Destillation des Parfums zu zeigen, eine einfache Kulisse, ohne den Versuch, einen ‚Lifestyle‘ zu kreieren, was man sonst immer zu sehen bekommt.

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Gold, der Stoff aus dem die Träume sind, steht im Falle von Comme nicht für Bling oder als reines Zitat für Luxus und Überfluss.

Adrian Joffe: Herauszufinden, wie Comme des Garçons mit dem Thema Gold umgehen sollte, war eine Herausforderung. Als wir mit dem Parfumprojekt begannen, beschäftigten wir uns gerade mit zwei Farben: Pink und Gold. Rei interessierte sich für Gold und wir machten eine komplett goldene Männerkollektion. In seinem Rohzustand haftet Gold ein sehr romantischer Grundgedanke an. Gold zu finden ist symbolisch dafür, seinen Traum zu finden, ihn zu erfüllen, die Liebe des Lebens zu finden, sich selbst. Gold ist ein Symbol dafür, etwas zu finden, es bringt Erfolg ins Leben – das bedeutet es für uns. Der Flakon selbst wurde von Rei Kawakubo gestaltet. Die flache, liegende Flasche, die an einen Kieselstein erinnert, hat im Fall von ‚888‘ einen goldenen Anstrich bekommen, mit dem Aufdruck der unregelmäßig angeordneten Zahlenabfolge 888.

Warum ‚888‘?

Adrian Joffe: Wir geben unseren Parfums gern Nummern, denn wenn man ihnen Namen gibt, schränkt das den Duft ein. Namen müssen immer interpretiert werden. ‚Blablabla Desire‘, ‚blablabla Karibik‘ oder ‚blablabla Diamonds‘. Es grenzt die Bedeutung des Duftes sofort ein, und wir wollen nicht eingrenzen. Warum sollen wir die Person, die das Parfum tragen wird, vorher schon darauf hinweisen, womit sie es assoziieren soll?

Und warum gerade die ‚Acht‘?

Adrian Joffe: Es sind immer Nummern. Wir haben bereits ‚One‘, ‚Two‘, ‚Three‘ gemacht und ‚Four‘ ist kein gutes Wort auf japanisch. Es bedeutet Tod. ‚Five‘ war schon vergeben. Wir mochten schon immer die Zahl Acht. Wir haben ein Parfum ja auch schon ‚Odeur 53‘ oder ‚Odeur 71‘ genannt – und was ist da jeweils die Quersumme? In Japan, China, allen asiatischen Kulturen steht die Acht für Gesundheit, Glück und Erfolg. Numerologisch betrachtet ist das eine exzellente Zahl in Asien. Und im Westen steht sie für Unendlichkeit, was für uns ein wichtiges Symbol ist, denn Kreativität sollte grenzenlos sein, sonst ist die Menschheit am Ende. Kreativität ist das, was den Menschen dazu bringt, sich weiter zu entwickeln und gleichzeitig der Grundsatz von Comme des Garçons.

Gold als Duft-Idee entstand im Kopf von Rei Kawakubo, doch bei der Entwicklung des Duftes hat Comme sich wieder auf das Gespür von Christian Astuguevieille verlassen. Der 62-Jährige entwickelte nicht nur die Anti-Parfums in den fensterlosen Geruchslabors der japanischen Firma, sondern auch die diversen Duftlinien Series 1, „Leaves“, bis 7, „Sweet“. Tatsächlich komponiert wurde „888“ schließlich von Parfumeur Antoine Lie. Der Franzose ist seit 17 Jahren Aromen-Komponist und hat für viele große Modehäuser von Burberry bis Versace schon das jeweilige Lifestyle-Konzept und das Gefühl der Stunde in ein vergängliches Aroma transferiert und insgesamt bereits fünf Fifi Awards, das Pendant zum Oscar in der Parfumwelt, erhalten.

„888“ riecht in den Kopfnoten des Duftes unter anderem nach einem Derivat von Safran, das passenderweise die Eigenschaft hat, Speisen einen goldgelben Ton zu verleihen und zu den teuersten Gewürzen der Welt zählt. In Kombination mit Bergamotte, einem der klassischsten Parfumöle mit fruchtig-zitronigem Bouquet, sowie Kurkuma und schwarzem Pfeffer, bildet das Safranderivat die vorherrschende Note. Weitere, als Energie spendende Substanzen bekannte Inhaltsstoffe wie Chili und Koriander, sind im Herzen des Duftes auszumachen und ergänzen sich mit eher süßlichen Komponenten wie Vanille und Patchouli. Der Duft ist ungewöhnlich, angenehm und warm. Die Assoziation von hellem, mediterranem Licht dringt ins aromatisierte Bewusstsein, Sonne als das ultimative Symbol für Gold.

Parfumeditionen und Lizensierungen aller Art sind im Luxusmarkt von heute business as usual, sie machen für den großen Teil der Bevölkerung Luxus überhaupt erst zugänglich. Lizensierungen sind aber nicht das Konzept von Comme des Garçons und der Massenmarkt ist für Kawakubo alles andere als interessant. Trotzdem öffnet sich die Marke zunehmend diesem Segment. Ein Widerspruch?

Wie passt Individualität, das Hauptcredo von Comme des Garçons, mit dem Massenmarkt der Parfumindustrie zusammen? Dort präsentieren Sie Ihr Produkt einem viel breiteren Publikum als Sie es bei der Mode machen…

Adrian Joffe: Ich glaube im Massenmarkt, dem so genannten Parfum-Business, gibt es einen Nischemarkt. ‚888‘ wird weltweit in nur 1500 Läden verkauft. Wenn wir wirklich auf den Massenmarkt wollten, müssten wir es in 15.000 Läden verkaufen. Also sind wir wieder eher am Rand positioniert. Für uns ist schon die Tatsache, dass wir Parfums machen sehr interessant. Selbstverständlich können wir einen Duft herausbringen und dabei unsere Wertvorstellungen beibehalten. Wir sind keine riesengroßen Kompromisse eingegangen. Es war aber auch eine Herausforderung, weil das Parfumgeschäft so viele Strukturen hat. Es gibt etablierte Regeln, wie Parfum herzustellen und wie es zu verkaufen ist. Wir brechen diese Regeln jedes Mal, um unsere Integrität zu bewahren und die Leute zu erreichen, die den Gedanken Comme des Garçons’ mögen, es sich aber nicht leisten können. Das Parfum ist sehr zugänglich, der Eintritt in unsere Welt, wir werden nie ein Massenprodukt sein.

Bislang haben Sie Lizenzvergaben für Accessoires wie Handtaschen und Sonnenbrillen abgelehnt. Wird es in Zukunft welche geben?

Adrian Joffe: Ich denke, die Parfumlizenz ist die einzige, die sie je machen wird. Das ist schon schwierig genug, sie muss in einigen Dingen Kompromisse eingehen, im Hinblick auf den Point of Sale zum Beispiel, und sie muss sich mit Beauty-Beratern auseinandersetzen. Ich glaube, es ist eine historische Sache, wahrscheinlich werden wir eines Tages Lizenzen vergeben. All die anderen Sachen haben einfach nicht ihre eigene Welt. Wir machen schon tolle Taschen, Schuhe, haben Sonnenbrillen gemacht. Wir machen sie in einem kleinen Rahmen und kreieren ihnen nicht eine eigene Welt. Wir wollen keine ‚Comme des Garçons-Bags‘. ‚Comme des Garçons-Parfums‘ ist in Ordnung, aber ‚Comme des Garçons-Bags‘ wäre irgendwie komisch. Die Lizensierung ist sehr schwierig für Rei. Es war dieses Mal schon eine große Sache, ich glaube nicht, dass ich sie davon überzeugen kann, sofort noch einmal so etwas zu machen. Aber ich denke, auf lange Sicht könnte es ein Weg sein sicherzustellen, dass es mit Comme des Garçons weitergeht. Es muss passieren. Denn das ist momentan eine große Herausforderung für uns, herauszufinden, wie wir die nächsten fünf, zehn Jahre weiter am Ball bleiben, wenn man davon ausgeht, dass wir nicht ewig weitermachen können. Sie wird nicht in alle Ewigkeit weitermachen können. Lizensierung könnte ein Weg in die Zukunft sein. Vielleicht.

Deshalb wehrt sie sich wahrscheinlich auch so gegen Lizenzvergaben. Aber Parfum ist etwas, von dem wir keine Ahnung haben, also brauchen wir die Hilfe von Experten. Rei interessierte sich für Bademoden, weil sie gerne schwimmt, aber wir kennen uns auf dem Gebiet nicht aus. Also wollte sie sich mit Speedo zusammensetzen, um mit Experten zu arbeiten. Und das ist etwas, was wir sehr gern tun, denn wir können auch etwas einbringen, das sie interessiert. Deshalb bedeutet uns diese Form der Zusammenarbeit auch sehr viel.

Mit welchen unerwarteten Schritten können wir nach dem Dover Street Market und den Guerilla Stores rechnen?

Adrian Joffe: Weil wir außerhalb von Japan expandieren müssen, treibe ich gerade ein neues ‚Little‘-Konzept voran, in Tokio haben wir schon einen Laden eröffnet. Das ganze nennt sich ‚Pocket Shop‘, ein ganz kleiner Laden, vielleicht zehn oder zwanzig Quadratmeter. Ich will sie überall eröffnen, ungefähr hundert davon. Zusammen mit Teilhabern, vielleicht durch Konzessionserteilung, das weiß ich noch nicht so genau. Aber es wird dort nur kleine Sachen geben. ‚Pocket Shop‘: also alles in Taschengröße. Parfum, Portemonnaies, kleine Accessoires. Die Portemonnaies laufen besonders gut! Ein neues Konzept sollte unbedingt das genaue Gegenteil von den Guerrilla Stores sein. Sie können nicht an versteckten oder abgelegenen Orten aufgestellt sein, es müssen die großen Hauptstraßen sein. Kurfürstendamm, Champs-Elysées, auf Flughäfen, an wichtigen Orten. Ich glaube, das ist eine gute Idee, wir werden das mal versuchen.

Kawakubo schafft mit ihrem Kosmos von Comme des Garçons das scheinbar Unmögliche: sich konstant neu zu definieren und dabei ihrem Grundsatz von Kreativität, Individualität und Unabhängigkeit treu zu bleiben.

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Interviews > Cathy Boom
Text > Cathy Boom & Nina Trippel

Comme des Garçons > erschienen in style100 #03.07 (März 2008)

stylemag
STYLEMAG - hier berichtet die Redaktion.

Ein Kommentar für “Comme des Garcons | Expect the unexpected”

  1. Franz Laböck

    Suche Adresse, Ansprechpartner von Comme des Garcons.
    Interesse an Verkauf in exclusiver Damen-Boutique im südbayerischen Raum

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